Botox Leipzig - Ästhetische Botulinumtoxin-Behandlung

Bakterium Clostridium botulinum Bazillus

Clostridium botulinum

Clostridium botulinum ist ein grampositives sporenbildendes anaerobes Bakterium, welches verbreitet in der Natur, vor allem im Erdboden vorkommt. Botulinumtoxin ist ein Stoffwechselprodukt dieses Bakteriums. Die Toxinproduktion findet nur unter sauerstoffarmen, salzarmen und wenig sauren Bedinungen statt. Hitze, Kälte, Druck und saures Milieu hemmen das Wachstum des Bakteriums, jedoch können dessen Sporen unter widrigen Bedingungen überlegen. So wird der Bazillus zum Beispiel bei einer Hitzeeinwirkung von 85°C über 5min zerstört, die Sporen hingegen erst bei 121°C über 20min bei erhöhtem Druck.

Vergiftung Botulismus Nervengift

Botulismus

Als Botulismus wird eine vor allem in früheren Zeiten gefürchtete Erkrankung bezeichnet, die durch den Verzehr von mit Clostridium botulinum verkeimten Lebensmitteln auftritt. Ursächlich sind verdorbene Lebensmittel meist in Konserven (Wurst, Fleisch) oder nicht fachgerecht konserviertes Gemüse. Nach entsprechender Nahrungsaufnahme kommt es bei den Betroffenen zu Verschwommen- bzw. Doppeltsehen, weiterhin zu herabhängenden Augenlidern, weiten Pupillen, Mattigkeit, Sprachstörungen, Mundtrockenheit mit starkem Durst, erschwertes Schlucken und Trinken, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen. Kommt es schließlich zu einer Lähmung der Atemmuskulatur, so führt dies zum Tod. Das Bewusstsein ist hierbei nicht eingeschränkt. Giftig ist dabei nicht das Bakterium selbst, sondern das von ihm gebildete Botulinumtoxin. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
Die ersten Zusammenhänge zwischen Botulismus und der Aufnahme verdorbener Nahrungsmittel wurden im 18. und 19. Jahrhundert gestellt. Vorzuheben ist hier Justinus Kerner, der Krankheitsverläufe von an Botulismus erkrankten Menschen sammelte und zu dem Schluss kam, dass eine Prophylaxe im Sinne von Abkochen oder Räuchern von Lebensmitteln bzw. dem Verwerfen von Wurst nach einer gewissen Zeit entscheidend sei. Gleichzeitig schlug er die Verwendung des "Wurstgiftes" in kleinsten Mengen zur Behandlung von muskulären Überaktivitäten vor.
Von infantilem Botulismus spricht man bei Säuglingen oder Kleinkindern, die, oft im Zusammenhang mit Genuss von Honig, Sporen von Clostridium botulinum aufnehmen. Im Darm erfolgt dann die Produktion von Botulinumtoxin. Wundbotulismus kann bei mit Clostridium botulinum infizierten Wunden auftreten.

Wirkstoff Botox Botulinumtoxin

Der Wirkstoff Botulinumtoxin

Es existieren 7 verschiedene Formen des Botulinumtoxins, Typ A bis G, wobei für kosmetische Anwendungen hauptsächlich der Typ A verwendet wird. Die einzelnen Aminosäuresequenzen sind entschlüsselt. Es besteht große Ähnlichkeit der Typen hinsichtlich ihrer Struktur, jedoch weisen sie Unterschiede in Wirkdauer und -stärke auf. Das Makromolekül des Botulinumtoxins besteht aus einer leichten und einer schweren Kette, welche über eine Disulfidbrücke miteinander verbunden sind. Es wird durch Spaltung (Proteolyse) aus einem einsträngigen Vorgängermolekül gebildet. Biochemisch gesehen ist Botulinumtoxin eine zinkabhängige Metalloendopeptidase, das heißt es ist in der Lage, Eiweißbindungen eines Moleküls zu spalten, wobei Zinkionen für die biologische Wirksamkeit notwendig sind.

Wirkungsweise Botulinumtoxin Biochemie

Wirkungsweise auf molekularer Ebene

Die Übertragung der Erregung einer motorischen Nervenfaser endet an der sog. motorischen Endplatte. Hier erfolgt die Ausschüttung von Acetylcholin in den synaptischen Spalt zwischen Nerven- und Muskelzelle. Bindet folglich Acetylcholin an Acetylcholinrezeptoren der Muskulatur, so bewirkt dies eine Kontraktion der Muskelfaser.
Das in der Nervenzelle befindliche Acetylcholin ist in Vesikel eingehüllt. Diese docken bei der Ankunft einer Erregung über den SNARE-Komplex (Soluble N-ethylmaleimide-sensitive-factor Attachment REceptor) an die präsynaptische Membran an. Auf diese Weise kann ein Vesikel mit der Membran verschmelzen und gleichzeitig das darin befindliche Acetylcholin in den synaptischen Spalt ausgeschüttet werden (Exozytose). Der SNARE-Komplex ist ein Fusionskomplex bestehend aus den drei Proteinen SNAP-25, VAMP (auch Synaptobrevin) und Syntaxin.
Nach einer Injektion von Botulinumtoxin Typ A wird es u.a. vermittelt durch das membranständige Rezeptormolekül SV2 (Synaptic Vesicle) in lysosomale Vesikel der Nervenzelle aufgenommen (Endozytose). Der SV2-Rezeptor ist erst nach vorheriger Ausschüttung von Acetylcholin verfügbar. Daraus erklärt sich, dass Botulinumtoxin nur bei funktioneller Muskulatur wirksam ist. Im sauren Milieu der Vesikel ändert Botulinumtoxin seine Struktur, so dass die leichte Kette des Wirkstoffs sich von der schweren Kette löst und in das Zytoplasma der Nervenzelle geschleust wird. Hier spaltet die leichte Kette von Botulinumtoxin Typ A das SNAP-25-Protein und inaktiviert damit den SNARE-Komplex. Folglich kann das in den Vesikeln befindliche Acetylcholin nicht mehr in den synaptischen Spalt gelangen - eine Kontraktion der entsprechenden Muskelfaser ist nicht mehr möglich.
Die leichte Kette bleibt mehrere Monate biologisch aktiv, dementsprechend hält die Wirkung so lange an. Die Beendigung des Effekts tritt letztendlich durch Inaktivierung von Botulinumtoxin in der Zelle und Bildung von neuen SNARE-Komplexen ein. Die Nervenzelle ist nach Abklingen der Wirkung wieder völlig im ursprünglichen Zustand.

Nervengift Botox Botulinumtoxin

Ist Botulinumtoxin ein Gift?

Vielfach wird Botulinumtoxin als Nervengift bezeichnet. Dies beruht fälschlicherweise auf der Tatsache, dass es in früheren Jahrhunderten durch Botulinumtoxin zu Lebensmittelvergiftungen gekommen ist.
Ein berühmtes Zitat von Paracelsus lautet: "Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift. Allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist."
Heutzutage ist Botulinumtoxin ein aufbereitetes, stark verdünntes und sicheres Medikament, dessen Sicherheit und Wirksamkeit durch langjährige Forschung und Anwendungserfahrung belegt sind.

www.botoxleipzig.de 2012 Autor: Dr. med. Martin Petermann